Fruktan wird oft als alleiniger Auslöser von Weideproblemen genannt. Tatsächlich gehört es gemeinsam mit Zucker und Stärke zu den nicht strukturellen Kohlenhydraten (NSC). Für das Hufreherisiko sind außerdem Insulinregulation, Übergewicht, Vorerkrankungen, Grasmenge und Weidemanagement entscheidend.
Bei warmen Hufen, verstärkter Pulsation, klammem Gang oder deutlicher Lahmheit gilt: Pferd von der Weide nehmen und sofort tierärztlich abklären lassen.
Warum schwankt der Zuckergehalt im Gras?
Pflanzen bilden tagsüber durch Photosynthese Zucker. Wie viel davon gespeichert wird, hängt von Tageszeit, Temperatur, Pflanzenart, Wachstumsphase, Trockenheit und Frost ab. Pauschale Uhrzeiten sind deshalb nie vollständig sicher.
- NSC-Werte sind häufig am späten Nachmittag und Abend höher.
- In den frühen Morgenstunden sind sie oft niedriger – jedoch nicht zuverlässig nach kalten oder frostigen Nächten.
- Überweidetes, sehr kurzes oder durch Trockenheit gestresstes Gras kann konzentrierte Zuckeranteile enthalten.
- Auch junges, stark wachsendes Gras kann für empfindliche Pferde problematisch sein.
Welche Pferde brauchen besondere Vorsicht?
- Pferde mit EMS, Insulindysregulation oder PPID
- Pferde mit früherer Hufrehe
- übergewichtige oder sehr leichtfuttrige Tiere
- Ponys und andere genetisch prädisponierte Typen
Für diese Pferde sollte der Weidezugang individuell mit Tierarzt und Fütterungsberatung geplant werden. Ein Maulkorb oder Paddock ersetzt keine Kontrolle, kann aber Teil des Managements sein.
Sicher anweiden: praktische Grundregeln
- Langsam beginnen: Weidezeit schrittweise erhöhen und Reaktion beobachten.
- Raufutter anbieten: Das Pferd nicht hungrig auf die Weide stellen.
- Wetter mitdenken: Sonnige Tage nach kalten Nächten und Frostphasen besonders kritisch beurteilen.
- Körperzustand dokumentieren: Gewicht, Mähnenkamm und Hufe regelmäßig kontrollieren.
- Heu analysieren: Bei Risikopferden ist eine NSC-Analyse aussagekräftiger als Vermutungen.
- Keine abrupten Futterwechsel: Jede Umstellung langsam gestalten.
Was Ergänzungsfutter leisten kann – und was nicht
Kein Ergänzungsfuttermittel kann eine ungeeignete Weide, zu hohe Energiezufuhr oder eine Hufrehebehandlung ersetzen. Für eine magen- und verdauungssensible Ration stehen bei uns gastroBALANCE zur längerfristigen Ergänzung und gastroAKUT für besonders anspruchsvolle Fütterungsphasen zur Verfügung. Hanfpulver und Hanföl sind puristische Hanfkomponenten.
























