Die ersten Schritte aus der Box wirken steif. Beim Hufegeben fällt das längere Stehen auf drei Beinen schwerer. Und auf dem Weg zum Paddock fehlt plötzlich der gewohnte Schwung. Wenn dein Pferd Arthrose oder Spat hat, kennst du solche Momente vielleicht – und die Frage: Was kann ich tun, um ihm den Alltag zu erleichtern?
Gerade im Winter lohnt es sich, genauer hinzusehen. Weniger Bewegung, längere Standzeiten und schwierige Bodenverhältnisse können den Alltag zusätzlich erschweren. Mit einem abgestimmten Bewegungsplan, passenden Haltungsbedingungen und einer durchdachten Fütterung kannst du dein Pferd gezielt begleiten.
Arthrose und Spat: Was steckt dahinter?
Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich unter anderem der Gelenkknorpel verändert. Auch andere Strukturen im Gelenk können betroffen sein. Schmerzen, entzündliche Phasen und eingeschränkte Beweglichkeit sind mögliche Folgen.
Spat bezeichnet arthrotische Veränderungen an den kleinen Gelenken im unteren Bereich des Sprunggelenks. Betroffene Pferde können beispielsweise kürzer treten oder die Hinterhand weniger bereitwillig einsetzen. Welche Veränderungen tatsächlich vorliegen, lässt sich nur durch eine tierärztliche Untersuchung feststellen.
Arthrose betrifft übrigens nicht nur alte Pferde. Auch frühere Verletzungen und wiederholte Fehl- oder Überbelastung können eine Rolle spielen.
Warum der Winter besondere Aufmerksamkeit verlangt
Nicht jedes Pferd mit Arthrose hat im Winter automatisch mehr Beschwerden. Häufig verändert sich aber genau das, was für seinen Bewegungsapparat wichtig ist: die tägliche Routine.
Ist der Auslauf vereist, fällt freie Bewegung aus. Wird es früh dunkel, verkürzt sich vielleicht der Spaziergang. Und auf gefrorenen Unebenheiten bewegt sich dein Pferd vorsichtiger. Die Wiese fällt oft weg, das bedeutet nur noch harten Boden und meistens deutlich weniger Bewegung, auch wenn genug vorhanden wäre.
Deshalb lohnt sich die Frage: Wie viel angenehme, gleichmäßige Bewegung bekommt mein Pferd über den gesamten Tag verteilt?
Eine einzelne Trainingseinheit kann lange Standzeiten nicht immer ausgleichen. Gute Winterbegleitung beginnt deshalb bereits bei Haltung, Auslauf und sicheren Wegen.
Diese Veränderungen solltest du ernst nehmen
Nicht jedes steife Anlaufen bedeutet Arthrose. Beobachte Veränderungen trotzdem aufmerksam, besonders wenn sie neu auftreten oder zunehmen:
- Dein Pferd läuft nach Ruhephasen auffällig steif.
- Die Schritte werden kürzer oder ungleichmäßig.
- Wendungen und Hufegeben fallen schwerer.
- Es bewegt sich freiwillig weniger.
- Ein Gelenk wirkt geschwollen oder ungewöhnlich warm.
Auch wenn dein Pferd nach einigen Minuten lockerer läuft, ist das kein verlässliches Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist. Neue oder zunehmende Lahmheit gehört tierärztlich abgeklärt. Bei starken Schmerzen, deutlicher Schwellung oder wenn dein Pferd ein Bein kaum belastet, solltest du sofort tierärztliche Hilfe holen.
Fünf Dinge, die du im Winter anpassen kannst
1. Bewegung regelmäßig und individuell gestalten
Bei stabilen, tierärztlich abgeklärten Gelenkproblemen ist angepasste Bewegung häufig ein wichtiger Teil des Managements. Was passt, hängt vom betroffenen Gelenk und der aktuellen Situation ab.
Plane ruhige Schrittarbeit und ausreichend Zeit zum Aufwärmen ein. Kleine, regelmäßige Einheiten können sich im Alltag besser umsetzen lassen als seltene, lange Belastungen. Enge Wendungen und anspruchsvolle Übungen gehören nur dann in den Plan, wenn dein Pferd sie gut bewältigen kann.
Lahmheit sollte niemals „weggelaufen“ werden. Bei einer akuten Verschlechterung muss der Bewegungsplan neu abgestimmt werden.
2. Trittsichere Böden schaffen
Kontrolliere besonders die Wege zwischen Stall, Tränke und Futterplatz. Eis, tiefer Matsch und gefrorene Spurrillen erschweren sicheres Gehen. Auch ein sehr tiefer Reitboden ist nicht automatisch gelenkfreundlich.
Entscheidend ist ein tragfähiger, möglichst ebener und rutschfester Untergrund.
3. Ruhe und Liegekomfort ermöglichen
Eine trockene, ausreichend große und gut eingestreute Liegefläche gehört zum Wintercheck. Beobachte, ob dein Pferd sich weiterhin hinlegt und gut aufsteht. In der Gruppe sollte es auch mit eingeschränkter Beweglichkeit ungestört an Futter, Wasser und Ruheplätze gelangen.
4. Körpergewicht und Hufe im Blick behalten
Zusätzliche Kilos bedeuten zusätzliche Last. Gleichzeitig brauchen ältere Pferde eine bedarfsgerechte Versorgung, damit sie nicht unnötig Körpersubstanz verlieren.
Auch regelmäßige, individuell abgestimmte Hufbearbeitung bleibt wichtig. Besprich Veränderungen im Gangbild mit Tierarzt und Hufbearbeiter, damit beide denselben Informationsstand haben.
5. Die Fütterung als Ganzes betrachten
Ausreichend geeignetes Raufutter und eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen bilden die Basis. Erst danach stellt sich die Frage, welche Ergänzung zur bestehenden Ration passt.
Gerade bei länger bestehenden Gelenkthemen ist ein nachvollziehbarer Fütterungsplan hilfreich. Mehrere Produkte sollten dabei nicht einfach zusätzlich in den Trog wandern: Zusammensetzung und Gesamtmengen gehören gemeinsam betrachtet.
Wichtig ist auch, zu beachten, was entzündlichen Gelenkproblemen wie Arthroseschüben gar nicht gut tut: zu viel Zucker und Stärke in der Fütterung, genauso wie ein ungünstiges Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren-Verhältnis können Entzündungen und Schmerzen verstärken.
Deshalb verzichten wir bewusst darauf und empfehlen dies auch als ersten Schritt bei unseren Beratungen. Die Basis sollte passend gewählt werden, erst dann kommen die benötigen Zusätze ins Spiel. Du siehst unter den zahlreichen Futtermitteln nicht mehr, was gut ist und was nicht? Verstehen wir. Hier ist ein Überblick, mit dem wir und vor allem unsere Kunden sehr gute Erfahrungen machen:
arthroFIT: Die Rezeptur für die tägliche Fütterungsbegleitung
Wenn du dich mit Gelenkfütterung beschäftigst, begegnen dir häufig Kollagen, Glucosamin und Hyaluronsäure. Auch unser arthroFIT kombiniert diese Bestandteile. Ergänzt wird die Rezeptur durch gemahlenen Nutzhanf mit natürlichem CBD-Gehalt, Hagebuttenpulver, Reishi-Pulver und Shiitake-Extrakt.
Die Idee dahinter: ausgewählte Bestandteile in einer Mischung zusammenzuführen, die sich langfristig in die tägliche Ration integrieren lässt. Warum wurden sie ausgewählt?
Kollagenhydrolysat: Aminosäuren aus einem Strukturprotein
Kollagen ist ein wichtiges Strukturprotein im Körper und kommt unter anderem in Knorpel, Sehnen und Bändern vor. Für Kollagenhydrolysat wird es in kleinere Eiweißbestandteile aufgespalten.
Über die Fütterung liefert es unter anderem Glycin und Prolin. Eine Untersuchung an Pferden zeigte, dass nach der Aufnahme eines untersuchten Kollagenhydrolysats entsprechende Aminosäuren vermehrt im Blut nachweisbar waren. Das erklärt den ernährungsbezogenen Ansatz – es ist aber kein Nachweis, dass dadurch geschädigter Knorpel wieder aufgebaut wird.
Glucosamin: Bezug zur Knorpelmatrix
Glucosamin ist ein körpereigener Aminozucker und Ausgangsstoff für Verbindungen, die in der Knorpelmatrix vorkommen. Deshalb wird es in Ergänzungen rund um den Bewegungsapparat eingesetzt.
Dieser biologische Zusammenhang ist der Grund für die Auswahl. Welche Wirkung eine gefütterte Menge beim einzelnen Pferd hat, lässt sich daraus allein nicht ableiten.
Hyaluronsäure: Bestandteil der Gelenkflüssigkeit
Hyaluronsäure kommt natürlicherweise unter anderem in der Gelenkflüssigkeit vor und trägt dort zu deren besonderen Fließeigenschaften bei.
Wichtig ist die Unterscheidung: Hyaluronsäure im Futter ist nicht mit einer tierärztlichen Injektion ins Gelenk gleichzusetzen. Die natürliche Funktion im Körper erklärt, warum sie für Gelenkrezepturen interessant ist; sie belegt keine entsprechende Wirkung des gefütterten Produkts.
Nutzhanf, Hagebutte und Vitalpilze: Weitere Bestandteile der Mischung
Gemahlener Nutzhanf bringt pflanzliche Bestandteile und seinen natürlichen CBD-Gehalt in die Rezeptur ein. Hagebutte, Reishi und Shiitake ergänzen die Zusammensetzung.
Für diese Zutaten wäre es zu weitgehend, allein aus ihrer Bekanntheit oder einzelnen Laboruntersuchungen eine nachgewiesene Wirkung gegen Arthrose beim Pferd abzuleiten. Unser Ansatz bleibt eine transparente Rezeptur als Ergänzung der Ration.
arthroFIT wird ohne Getreide, Melasse, Soja und Zuckerzusatz hergestellt. „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet dabei nicht „zuckerfrei“: Naturrohstoffe können von sich aus Zucker enthalten - diese sind aber bei uns sehr gering.
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arthroFIT oder schubAKUT: Wo liegt der Unterschied?
arthroFIT ist in unserem Sortiment für die langfristige tägliche Fütterungsbegleitung rund um den Bewegungsapparat vorgesehen. schubAKUT ist anders zusammengestellt und für zeitlich begrenzte, besonders anspruchsvolle Fütterungsphasen konzipiert.
Wenn dein Pferd plötzlich deutlich schlechter läuft, ist die erste Frage jedoch, was hinter der Veränderung steckt. Ein vermuteter Arthroseschub braucht tierärztliche Einordnung. Dazu begleitend und in Abstimmung mit dem Tierarzt wenden viele unserer Kunden schubAKUT und/oder das CBD-Öl mit 20% an.
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Und welche Rolle spielt CBD-Öl 20 %?
CBD-Öl unterscheidet sich von reinem Hanfsamenöl. Unser CBD-Öl 20 % enthält Hanföl und Hanfextrakt mit insgesamt 20 % CBD/CBDa.
CBD wird auch beim Pferd wissenschaftlich untersucht. Einzelne kleine Studien liefern erste Hinweise, erlauben aber keine pauschale Wirkaussage für unser Produkt. Aus ihnen lässt sich weder eine gesicherte Schmerzlinderung noch eine allgemeine Anwendungsempfehlung ableiten, auch wenn wir in der täglichen Anwendung überzeugt von unseren Produkten sind. :)
Gerade bei einem Pferd mit Gelenkerkrankung sollte die Frage nach CBD deshalb im tierärztlichen Gespräch geklärt werden – einschließlich bestehender Medikamente und anderer bereits verwendeter CBD-haltiger Produkte.
Dein Winterplan beginnt beim genauen Hinsehen
Du musst nicht alles gleichzeitig verändern. Prüfe zuerst, wo dein Pferd im Alltag Schwierigkeiten hat: beim Losgehen, auf dem Weg zum Auslauf, beim Hufegeben oder nach längeren Ruhephasen.
Daraus entsteht ein Plan, der zu deinem Pferd passt: tierärztlich abgestimmte Bewegung, sichere Böden, angenehme Ruheplätze und eine bedarfsgerechte Fütterung. So bekommt dein Vierbeiner auch in der kalten Jahreszeit die Aufmerksamkeit und Unterstützung, die er braucht.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Ergänzungsfuttermittel ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Schmerzen, Lahmheit oder einer deutlichen Verschlechterung ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.
Recherchequellen
- EU, Art. 13 der VO (EG) 767/2009: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2009/767/oj/deu
- Österreich, Futtermittelverordnung 2010, § 3: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20006949
- Agroscope, Hanf als Futtermittel für Tiere (26. Januar 2026): https://www.agroscope.admin.ch/de/hanf-als-futtermittel-fuer-tiere
- UC Davis, Osteoarthritis: https://ceh.vetmed.ucdavis.edu/health-topics/osteoarthritis
- UC Davis, Exercise Therapy: https://cehhorsereport.vetmed.ucdavis.edu/news/exercise-therapy
- Merck Veterinary Manual, Osteoarthritis of the Distal Tarsal Joints in Horses: https://www.merckvetmanual.com/musculoskeletal-system/disorders-of-the-tarsus-in-horses/osteoarthritis-of-the-distal-tarsal-joints-in-horses
- Free Plasma Amino Acid Concentrations in Horses Fed Different Dosing Regimens of Hydrolysed Collagen: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12609581/
- Gelenkergänzungsstudie, 2020, andere Rezeptur, gemischte Resultate: https://doi.org/10.1093/tas/txaa150
- CBD-Pilotstudie, 2024, andere Zubereitung und zusätzlich konventionelle Analgesie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38379920/
- CBD-Untersuchung, 2025, sechs Pferde, experimentelle Reizschwellen statt klinischer Arthrose-Wirksamkeit: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40854532/
- Produktinformationen: https://seewinkler-naturprodukte.com/products/arthrofit
- Produktinformationen: https://seewinkler-naturprodukte.com/products/schubakut
- Produktinformationen: https://seewinkler-naturprodukte.com/products/cbd-ol-20
























